Nachhaltigkeit im Alltag
BNE-Coaching Astrid Bohn
 

Bausteine zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Die folgenden Bausteine sind beispielhaft und beispielsweise im Rahmen von Projekttagen oder einer Projektwoche realisierbar, selbstverständlich aber auch als einzelne Vortrags- und Workshop-Module.


  • 1,5 Stunden Vortrag/Workshop Thema: "Auswirkungen und Umgang mit Plastik", Zero Waste

Gedacht zur Einführung der Thematik, Bewusstmachung, Wissensvermittlung, Weitergabe von Handlungsoptionen, Motivation, Vermittlung von Tipps und Tricks, kein "moralischer Zeigefinger" eher gesundes Anpacken. Was ist Plastik, gibt es Unterschiede von gutem und schlechtem Plastik, welche Auswirkungen hat Plastik auf unsere Umwelt und unseren Körper, wie vermeidet man Plastik, welche Alternativen gibt es, die Zero Waste Pyramide, wie funktioniert Verhaltensänderung, wie bewegt man sich mit dieser Fülle an Informationen, um möglichst nachhaltig und umweltfreundlich zu sein. Was tue ich bereits für den Umweltschutz.

Auftrag den Plastikmüll in der Klasse eine Woche zu sammeln.


  • Prakitscher Block ca. 1,5 Stunden verpackunsfreier Einkauf mit Ziel eines gemeinsamen unverpackten Frühstücks am nächsten Tag. (hier ist die Frage, wie lange man bis zu dem Laden braucht, deswegen u.U. zeitlich länger)


Umsetzung der Theorie am Praxisbeispiel. Vorbereitung/Planung und Durchführung eines "verpackungsfreien" Einkaufs. Wir überlegen, welche Lebensmittel es gibt, die man verpackungsfrei oder aber in nachhaltiger Verpackung zu bekommen sind. Welcher Laden kommt dabei in Frage, welche Erfahrungen sind bereits damit gesammelt worden. Wenn bestimmte Dinge nicht zu bekommen sind, wie kann ich sie selber herstellen, oder ist es schlimm, darauf zu verzichten.Mut machen, Motivation wecken, Hemmschwellen abbauen. Aufzeigen und Erfahren der Einfachheit dabei. Wie stelle ich es an, im Laden Wurst und Käse ohne Verpackung zu bekommen?


  •     Praktischer Block ca. 1,5 Stunden Lebensmittel selber herstellen und Frühstück

Wir stellen Mozarella und Knuspermüsli selber her (Schulküche) und genießen dann das "unverpackte" Frühstück. Dabei können nochmals Erfahrungen und Ideen ausgetauscht,und darüber philosphiert werden, wie es an der Schule und im eigenen Leben weitergehen kann.


  • Abschlussgespräch ca 1,5 Stunden


Was haben wir gelernt, was ist hängengeblieben. Der Fokus liegt auf der Zukunft. Wie werden wir in Zukunft das Wissen umsetzen. Gibt es Möglichkeiten, auch in der Schule tätig zu werden, was kann die Schule ändern. Was kann ich ändern und welche Möglichkeiten habe ich, was brauche ich dazu. Was ist mit Online-Einkauf, wie kann ich meine Eltern oder Freunde beeinflussen. Wo bekomme ich "Verstärkung". Begutachtung des gesammelten Mülls über die Woche. Was ist das für Müll und wie kann man ihn vermeiden. . Evtl. Idee eines Kunstprojektes mit dem gesammelten Müll nach den Ferien.

Alternative Blöcke:

  • Praktischer Block: Selbermachen statt kaufen ca. 1,5 - 2,00 Stunden

Es werden Lebensmittel, Reinigungsprodukte und Pflegeprokukte (Ketchup, Knuspermüsli, Handcreme, Lippenbalsam, Spüli, Orangenreiniger)  selber hergestellt, Bienenwachstücher selber herstellen als Alternative zu Frischhaltefolie, um zu zeigen, wie einfach es ist, manche Verpackungen zu vermeiden. Nebenbei wird deutlich, dass diese Dinge oft gesünder für sich selber und die Umwelt sind) Das Spüli ist z.B. ist ohne Chemie und in keinster Weise für die Umwelt belastend. Dies ist nur in der Schulküche möglich.


  • Upcycling/Repaircafe: 6,00 Stunden- einen Vormittag

Vielleicht gibt es die Möglichkeit über die Eltern findige Bastler zu finden, die einen Vormittag ein Repaircafe anbieten. Schüler bringen kaputte Elektrogeräte oder Anderes mit, um ihnen ein zweites Leben zu verschaffen.

Anbei ein Upcycling Stand, der Dinge vor dem Müll bewahrt. Aus Fahrradmäntlen werden Gürtel gemacht, Aus alten Hosen oder Hemden werden Taschen genäht (Unterstützung von Eltern oder Lehrer erforderlich, Nähmaschinen werden vorher organisiert) Aus Obstkisten werden kleine Regale gemacht, aus Kaffeekapseln Ohrringe gefertigt, Eierkartons mit Serviettentechnik zum Wiederverwenden aufgepimpt. Aus leeren Schraubgläsern ein Gewürzregal herstellen. Darauf zu achten: echtes Upcyling ist es nur, wenn die Dinge nicht vorher angeschafft werden, sondern sie müssen auf dem Weg zum Müll abgefangen werden.



  • Gründung einer UmweltAG - Abfrage bei der letzten Veranstaltung und ein erstes Treffen 0,45 Minuten

Wäre es nicht toll, wenn Ihre Schule eine Schüler-AG hätte, die sich dem Umweltschutz verschreibt? Die nicht nur Freitags für den Umweltschutz einsteht, sondern auch an anderen Tagen, und ganz aktiv? Ich würde anbieten, mit dieser Gruppe ein erstes Treffen abzuhalten. Die Möglichkeiten sich zu engagieren aufzuzeigen, die Zusammensetzung herauszufinden (evtl eine entsprechende Betreuungsperson zu finden die begleitet und stärkt). Das Arbeitsfeld zu klären (wollen sie schulintern bleiben, wollen sie politisch tätig werden, Öffentlichkeitsarbeit machen, regional, überregional, entwickeln, Impulsgeneratoren sein usw.), die Rahmenbedingungen helfen zu klären und den Startschuss zu geben.


  • Begleitung zu friday for future: Vorbereitung am Donnerstag 1,5 Stunden, Durchführung am Freitag ab 11.00 Uhr

Warum ist es wichtig laut zu werden, haben Schüler auf Demos eine Chance gehört zu werden, hier geht es nicht darum, zwei freie Schulstunden zu haben, sondern darum, etwas zu bewirken. Macht Teilnahme einen Sinn?, kann eine Demo auch ein Beginn einer Veränderung zugunsten meines eigenen Verhaltens sein?,


  • Geschichten von Menschen, die etwas verändert haben 0,45 Minuten

Es gibt Menschen, die nicht mehr zuschauen wollen, die nicht dabei sein wollen, wie wir unsere Welt gegen die Wand fahren. Dies soll eine Schulstunde sein, in der Geschichten erzählt werden, von kleinen und großen Menschen, die etwas verändert haben.

Hiram, mit seinem Projekt "upzigle", der Zigarettenkippen sammelt, weil er nicht zuschauen konnte, wie seine Tochter auf dem Spielplatz eine Kippe nach der anderen aufhob und essen wollte
Hamwi, der einen Foodtruck in Nürnberg am Hauptmarkt hat, mit Solar auf dem Dach und Papier um den Wrap

Greta, die soviel bewegt hat, beschimpft wird und trotzdem weiter macht,

Boyan Slat, der im Alter von 16 Jahren beschlossen hat, dem Plastik im Meer den Kampf anzusagen
Dave Hakkens, der mit "precious plastic" eine Internetseite geschaffen hat, die Baupläne für alle zur Verfügung stellt, mit der man Maschinen zum Recyceln von Plastik runterladen kann. Er gibt mit kleinen Videospots Hilfestellung.


Raum für Diskussionen. Was zeigen uns diese Menschen, was bewirken sie, wie glaubhaft sind sie.


  •     Materialien die begleitend für diese Woche bearbeitet oder gesichtet werden könnten:

Filme: Plastic Planet, Tomorrow - ein Mutmachfilm über Beispiele, die Lösungen für eine besser zukunft bieten,

Downloads: Plastikatlas 2019 bund e.V., hier gibt es zu den unterschiedlichsten Umweltproblematiken tolle Atlanten, z.B. Fleisch, Agrar ect.
https://www.boell.de/de/die-atlanten-der-heinrich-boell-stiftung
Bücher: Kids for the ocean von Anne Mäusbacher, Handreichung für Pädagogen oder Eltern



Für die praktische Umsetzung:

Besser leben ohne Plastik, Schubert
Plastiksparbuch von Smarticular